Zurück in die Zukunft:
(Rück-)besinnung Anstelle `Mehr vom Selben`
Erstes „Into the wild“ Camp
28.9. (17.00 Uhr) -bis 2.10.2026 (14.00 Uhr)
Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet.
Joseph Campbell
In 15 Jahren hat die AGJF Sachsen e.V. gemeinsam mit Walden e.V. 10 Fachtagungen "Into the wild" thematisch und inhaltlich vorbereitet und durchgeführt. In unterschiedlichen Facetten wurde dabei die Prozessbegleitung in der Natur erkundet, die Haltungen und Grundannahmen systemischer Praxis und Theorie aufnimmt und sie mit Handlungslernen, Lernen durch Erleben, metaphorischer Arbeit und initiatorischer Naturerfahrung verbindet. Mit handlungsorientierten Methoden, theoretischen Rückverbindungen und alternativen Lernräumen wurden Anregungen gegeben, das Alte, scheinbar Sicherheit gebende zu prüfen und versteckte Fähigkeiten und Bedürfnisse zu entdecken.
Am 25.10.2024 gab es in einen interaktiven Verbindungsworkshop von Teilnehmenden viele Impulse für das, was folgen kann. Dazu hat sich eine kleine Gruppe von erlebnispädagogischen Prozessbegleiter*innen aus Sachsen zusammen gefunden, um das erste „Into the wild“ Camp“ durchzuführen.
Es braucht eine ganz neue Ausrichtung, wir müssen Verantwortung für unser Tun übernehmen und mit Mut und einem lodernden inneren Feuer unter stark veänderten Bedingungen Zukunft erschaffen. Die thematische Rahmung für dieses Fachtreffen entstand durch folgende Überlegungen:
In den politisch hoffnungsvolleren Zeiten ab der 60er Jahre waren emanzipatorische Gedanken in der (Sozial-)Pädagogik fast allgegenwärtig. Nicht nur an den Unis und in Fachdiskussionen, bei werdenden und praktizierenden Pädagog*innen, sondern bis in Gesetzestexte war die Rede von einer fortlaufenden Befreiung und Demokratisierung der Gesellschaft durch Bildung.
Jetzt - zwei bis drei Dekaden später - sehen wir die verheerenden Auswirkungen eines fehlenden "Wir"- Verständnisses. Nicht nur gesamtgesellschaftlich, auch individuell werden die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aussichten düsterer. In den letzten Jahrzehnten haben (Sozial-)Pädagog*innen und Bildner*innen sicherlich auch mit Herz und Mühe gearbeitet. Es scheint, dass "Mehr vom Selben" keine zufriedenstellende Antwort auf die Fragen unserer Zeit geben kann.
Vielleicht ist es an der Zeit, den alten emanzipatorischen Impetus der Pädagogik neu zu überdenken: Den zutiefst humanistischen Wunsch, dass Menschen friedlich und in Kooperation miteinander leben können, dass Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung und Krieg nicht zu- sondern abnehmen, dass junge Menschen Unterstützung bekommen, Zukunft sozial zu gestalten.
Als Tätige in psychosozialen Berufen, Erlebnispädagogik, erlebnistherapeutischer Begleitung und Beratung sind wir mitgefordert, zu diskutieren, wie wir unser professionelles Handeln ver-antworten können? Wie lassen sich unsere sozialpädagogische Arbeit und die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung zusammen denken? Wo sind unsere Möglichkeiten, wo liegen die Hindernisse?
Wir werden bis April 2026 ein Programm für das erste „Into the wild“ Camp veröffentlichen und laden Fachkundige ein, ihr Interesse an der Leitung von Workshops anzumelden. Der Staffelstab zu einem zweiten Fachcamp soll in Chemnitz an Bewerber*innen weiter gegeben werden.
Wir wünschen uns sehr, dass die wunderbaren fachlichen und persönlichen Begegnungen zu den 10 Fachtagungen"Into the wild" auch Aufbruch, Transformation und Räume zur Potentialentdeckung bedeuten. Unser Ziel ist die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Erlebnispädagog*innen und Prozessbegleiter*innen, Nutzung von Synergien und Aufbau eines unterstützenden und verbindenden Netzwerks.
Andrea Scholz (Sozialpädagogin (FH)/Supervisorin(DGSv))
Lehrtrainerin erlebnispädagogische Prozessbegleitung Walden e.V. Chemnitz
Rückmeldungen/Fragen: andrea.scholz@abenteuer-walden.de